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// Pillar 2 · KI-Workflows · 1. Juli 2026

SHK-Angebote in 10 statt 240 Minuten: Echte Stack-Architektur.

Ein Angebots-Workflow für SHK braucht vier Schichten: Eingabe (was will der Kunde), Material-Preise (aktuell, aus verlässlicher Quelle), Standard- Positionen (Vorlagen für den Betrieb), und Output (PDF im eigenen Layout). Jede Schicht ist ersetzbar, gemeinsam reduzieren sie Inhaber-Angebots-Zeit von 4 Stunden auf 10 Minuten — mit verpflichtetem Freigabe-Schritt vor Versand.

Warum 4 Stunden, warum 10 Minuten

Aktueller Standard-Prozess bei vielen SHK-Betrieben für ein Bad-Sanierungs-Angebot:

  • Aufmaß-Notizen aus Vor-Ort-Besichtigung sortieren (30 Min)
  • Standard-Positionen aus alten Angeboten rauskramen, anpassen (60 Min)
  • Material-Preise nachschlagen oder beim Lieferanten anfragen (45 Min)
  • Word-Vorlage öffnen, formatieren, ausdrucken (45 Min)
  • Garantie-Klauseln + AGB-Verweis prüfen (15 Min)
  • Final-Check + Versand (15 Min)

Summe: ~3,5 Stunden, real eher 4. Am Sonntag.

Mit Automatisierungs-Workflow:

  • Aufmaß + Anforderungen ins Eingabe-Formular eintragen (5-7 Min)
  • Workflow generiert Angebots-Entwurf (vollautomatisch im Hintergrund, < 30 Sekunden)
  • Inhaber prüft + adjustiert was nicht passt (3-5 Min)
  • Freigabe-Klick, PDF + Versand (1 Min)

Summe: ~10-13 Minuten. Donnerstag um 16:00 vor Feierabend. Workflow-Zeit ist Bürokraft-Zeit, kein Inhaber-Wochenende mehr.

Die vier Schichten

Schicht 1: Eingabe. Wo kommt die Anfrage rein? Drei typische Kanäle:

  • Strukturiertes Formular auf der Betriebs-Website (Pflichtfelder für Auftragsart, Zeitrahmen, Budget-Range)
  • Email-Anfrage → Parser extrahiert Eckdaten, Bürokraft komplettiert in 2 Min
  • Voice-Agent (siehe Voice-Agent-Post) → strukturiertes Transkript

Ziel der Eingabe-Schicht: aus chaotischem Input eine strukturierte Anforderung machen.

Schicht 2: Material-Preise. Hier wird's spezifisch für SHK. Optionen:

  • API-Anbindung an einen Großhändler (wenn der Betrieb fest mit einem arbeitet)
  • Eigene Preis-Datenbank, manuell quartärlich aktualisiert (alternativ wenn keine API)
  • DATANORM-Import als Bridge zu Bestands-Handwerker-Software

Anti-Pattern: Material-Preise im LLM-Prompt halluzinieren lassen. Niemals. Preise kommen aus verlässlicher Quelle, sonst Eskalation an Inhaber.

Schicht 3: Standard-Positionen. Pro Betrieb unterschiedlich. Hier liegen 20-40 Vorlage-Positionen mit Stunden-Schätzungen je Auftragsart:

  • Bad-Sanierung Standard (Dusche tauschen, WC ersetzen, Fliesen-Demontage)
  • Heizung-Wartung (Brennwertgerät Service-Set)
  • Notdienst-Set (Pauschalen für Anfahrt + 1h Arbeit)
  • ... pro Betrieb individuell

Vorlagen werden versioniert (siehe ChatGPT-DIY-Post: Erkenntnis 1). Inhaber ändert sie an einem Ort, alle Angebote sind konsistent.

Schicht 4: Output. Das PDF muss aussehen wie das Betriebs-Layout (Logo, Schrift, Footer, AGB-Verweis). Drei typische Wege:

  • Direktes PDF-Rendering aus Code (volle Kontrolle über Layout)
  • Word-Template als Basis, Daten werden eingefügt (vertraut für Bürokraft)
  • Export in Bestands-Handwerker-Software, dort ausgeben (wenn die Software das gut kann)

Der Freigabe-Schritt — nicht optional

Verpflichtende Komponente in jedem unserer Angebots-Workflows: bevor das PDF generiert wird, sieht der Inhaber (oder eine freigabe-berechtigte Bürokraft) eine Vorschau-Ansicht mit allen Positionen, Preisen und der Summe. Plus: ein Freigabe-Button.

Erst nach Klick wird das PDF generiert. Vor Klick: man kann Positionen rauseditieren, Preise anpassen, Notizen für den Kunden ergänzen.

Warum verpflichtend? Drei Gründe:

  1. Haftung. Der Inhaber unterschreibt das Angebot, also muss er es prüfen können bevor der Versand startet.
  2. Vertrauen. Bürokraft + Inhaber sehen früh dass der Workflow „auf ihrer Seite" arbeitet, nicht autonom Aufträge versendet.
  3. Lern-Loop. Korrekturen am Entwurf werden gesammelt — daraus werden Verbesserungen am Workflow. Nach 3-4 Monaten sind Korrekturen seltener weil der Workflow lernt.

Was so ein Workflow konkret nicht macht

  • Keine Auto-Versendung. Immer Freigabe-Schritt.
  • Keine erfundenen Material-Preise. Wenn Preis nicht in verlässlicher Quelle, Eskalation.
  • Keine Vor-Ort-Termine ohne menschliche Bestätigung. Termin-Slot wird als Vorschlag im Angebot platziert, finale Bestätigung per Anruf oder Antwort-Mail.
  • Kein Ersatz für Beratung. Wenn der Kunde fragt „kann ich auch Wärmepumpe statt Brennwertkessel?", ist das ein Inhaber-Gespräch, kein Workflow-Output.

Was bei der Implementation oft schwerer wird als gedacht

Ehrliche Liste der Reibungspunkte:

  • Datanorm-Importe oder Lieferanten-APIs sind selten stabil. Manche Großhändler ändern Formate ohne Ankündigung. Wir bauen Validierungs-Schichten ein damit falsche Preise abgefangen werden.
  • AGB-Anhang muss aktuell sein. Wenn der Betrieb AGB ändert, muss das im Workflow vermerkt sein. Wir bauen einen Versionierungs-Check ein.
  • Bürokraft braucht 2-3 Wochen Eingewöhnung. Erst dann fühlt sich der neue Workflow „normal" an. Vorher ist die Akzeptanz fragil. Wir schulen aktiv mit.
  • Die ersten 10 generierten Angebote enthalten 1-2 Fehler. Realität. Deshalb der Freigabe-Schritt. Mit jeder Korrektur wird der Workflow besser.

Wann es sich lohnt

Faustregel: ab 5-8 Angeboten pro Woche ist die Math klar. Bei 3-4 pro Woche wird's knapp. Bei < 2 pro Woche lohnt sich Vollautomatisierung nicht, eher eine bessere Word-Vorlage.

Unsere Rechner-Logik bringt das pro Betriebsgröße in Zahlen — basierend auf deinen eigenen Stundensätzen und Volumen.

Anfangen

Discovery + Stack-Vergleich passiert im Erstgespräch. Wir gehen vier Themen durch: deine bestehende Software, dein typisches Auftrags-Mix, die Bürokraft-Setup-Akzeptanz und das Material-Preis-Pattern. Daraus wird die konkrete Stack-Empfehlung im KI-Audit.

// Häufige Fragen

Funktioniert das auch mit unserer bestehenden Handwerker-Software?
In den meisten Fällen ja. Verbreitete Handwerker-Software (ToolTime, HERO, openHandwerk u. a.) bietet entweder Export-Formate oder API-Zugänge, an die sich unser Workflow andocken kann. Wir ersetzen nichts, was läuft — wir füllen die Lücke zwischen Anfrage und fertigem Angebot.
Bleibt das Angebot rechtssicher? Wer haftet bei Fehlern?
Das Angebot wird IMMER vor Versand vom Inhaber oder einer Bürokraft mit Freigabe-Berechtigung geprüft. Der Workflow ist Vorlage-Generator, kein Auto-Sender. Haftung bleibt unverändert beim Betrieb. Wir designen den Freigabe-Schritt verpflichtend ein.
Was kostet ein solcher Workflow monatlich?
Pricing besprechen wir im Erstgespräch — abhängig von Stack-Wahl, Anzahl integrierter Tools und Material-Preis-Quellen. Größenordnung: deutlich unter dem Lohn-Äquivalent einer halben Bürokraft-Stelle. Ab Monat 4-6 typisch ROI-positiv.
Wie lange dauert die Implementation?
Bei standardisierten Stacks 3-5 Wochen. Bei komplexen Integrationen (z. B. Anbindung an Bestands-Buchhaltung + Material-Lieferanten-API) eher 6-10 Wochen. Wir liefern Festpreis nach Audit.
Was wenn die Bürokraft abgeneigt ist?
Ehrliche Antwort: ohne ihre Akzeptanz funktioniert der Workflow nicht. Wir holen sie immer früh in den Discovery-Call (deshalb 30-60 Min, nicht 15). Der Workflow muss IHRE Arbeit erleichtern, nicht ihr Job-Replacement-Angst auslösen. Wenn das Gespräch zeigt dass das nicht passt, sagen wir das.

// Quellen

  • Verbatim aus ToolTime-Kundenstimme: „Für ein Angebot habe ich vor ToolTime einen halben Tag gebraucht, jetzt liege ich bei 10-20 Minuten."
  • Discovery-Interviews mit 5 SHK-Inhabern (2026), Pain-Hypothese 'Angebotsschreiben am Wochenende' bestätigt
  • Bitkom Research, „Handwerk und Digitalisierung 2025", n=504 — 89 % der Kunden erwarten individuelle Angebote (Standard-Pakete out)
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Noah Kellner

Founder boringai. · schreibt selbst · keine Ghostwriter